PädagogInnen und Eltern der GaLeMo beschäftigt die Frage sehr, wie wir unsere Kinder in der digitalen Welt am besten begleiten können. Daraus entstand die Arbeitsgruppe „Digitalisierung“, die im Dezember 2017 eine Fragebogenerhebung zur Nutzung digitaler Medien durchführte. Die Umfrage umfasste Fragestellungen zum Vorhandensein, dem (kindgerechten) Konsum von Inhalten und einer zeitlichen Beschränkung der Nutzung von Smartphone (bzw. Tablet), PC, Spielkonsole und TV im Haushalt. Danke, an alle, die sich beteiligt haben! Nicole Frey hat die Ergebnisse hier zusammengefasst.

Zwischen 13 und 27 Familien je Gruppe nahmen an der Fragebogenerhebung teil, sodass die Ergebnisse durchaus als repräsentativ bezeichnet werden können. Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass der Konsum digitaler Medien in der Familie ein Thema darstellt, das nicht nur beschäftigt, sondern die Eltern auch vor Herausforderungen stellt. So wünschten sich rund 2/3 der teilnehmenden Eltern durchgängig über alle Gruppen hinweg eine Unterstützung beim Einrichten von Zugriffsbeschränkungen auf digitale Inhalte.

Zugriffsbeschränkung auf Digitale Medien

Dieses Bedürfnis spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider: Selbst bei den Jüngsten in der Primaria 1 und der Primaria 2 sind nur bei  rd. 42% der Haushalte Smartphones bzw. Tablets, die von den Kindern genützten werden, zugriffsbeschränkt. Bei der Sekundaria – immerhin auch noch Kinder zwischen 12 und 14 Jahren, bei denen ein mündiger Umgang mit digitalen Medien noch nicht vorausgesetzt werden kann, sinkt dieser Wert sogar auf rd. 14%!

Haben Kinder auf im Haushalt vorhandene PCs einen Zugriff, so erfolgt dieser nur bei etwas mehr (P1) bzw. etwas weniger (P2) als der Hälfte beschränkt auf kindgerechte Seiten im Internet. Bei der Sekundaria sinkt auch dieser Wert analog dem Smartphone auf rd. 14%.

Etwas besser stellt sich die Situation beim Zugriff auf Spiele am PC dar: Knapp 70% der befragten Eltern der Primaria 1 gaben an, dass ihre Kinder nur Zugriff auf kindgerechte Computerspiele haben. Dieser Wert sinkt in der Primaria 2 auf die Hälfte und in der Sekundaria auf knapp 22%.

Wesentlich einfacher gestaltet sich eine Zugriffsbeschränkung bei Spielkonsolen, was sich auch in den Ergebnissen widerspiegelt: Durchgängig über alle Gruppen gaben 2/3 an, dass nur ein Zugang zu kindgerechten Spielen gegeben ist.

Zeitliche Nutzungsbeschränkung

Wesentlich restriktiver (wahrscheinlich da einfacher realisierbar) gestaltet sich die zeitliche Nutzungsbeschränkung digitaler Medien quer über alle Gruppen hinweg. Während bei der Primaria 1 noch 84% der UmfrageteilnehmerInnen angaben, dass die Nutzung von Smartphone bzw. Tablet durch ihre Kinder zeitlich beschränkt wird, sinkt dieser Wert bei der Primaria 2 geringfügig auf 76% und bei der Sekundaria dann doch schon deutlich auf 43%.

Ein ähnliches Ausgangsbild zeigt sich bei der zeitlichen Nutzungsbeschränkung von PC, TV und Spielkonsolen, wobei diese interessanter Weise im Vergleich zum Smartphone/ Tablet bis zur Sekundaria auf einem relativ hohen Niveau verharrt (Sekundaria: Spielekonsole 50%, PC 64%, TV 78%). Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass jene Medien, die sich leichter zeitlich einschränken lassen (also alle stationären Geräte), dementsprechend auch stärker eingeschränkt werden.

Eine zeitliche Zugriffsbeschränkung alleine sagt jedoch noch wenig aus, ohne die Dauer des Zugriffs. Bei dieser zeigt sich jedoch eine sehr hohe Spreizung in den Ergebnissen: Bereits bei der Primaria 1 reicht die zeitliche Bandbreite von 1-2x am Wochenende bis zu 30 bis 45 Minuten täglich. Schon in der Primaria 2 liegt die längste Nutzungsdauer von Smartphone/Tablet bei 1,5 Stunden pro Tag, in der Sekundaria löst sich dieser Wert auf in statistisch nicht mehr wirklich darstellbaren Individualregelungen.

Sehr ähnlich verhalten sich die Ergebnisse bei der PC-Nutzung, auch hier liegt die Bandbreite in der Primaria 1 bei 20 bis 45 Minuten täglich und steigt in der Primaria 2 auf bis zu 15 Std./Woche und in der Sekundaria schließlich auf bis zu 2 Std. täglich. Relativierend muss hier aber angeführt werden, dass bei der Nutzungsdauer in der Umfrage nicht differenziert wurde zwischen spielerischer Nutzung und explorativer Nutzung (wie z.B. Durchführen von Recherchen für die Schule).

Resümee

Ein Drittel der jüngsten SchülerInnen (Primaria 1) verfügt über ein eigenes Smartphone oder Tablet, in der Primaria 2 sind es dann schon 58% und in der Sekundaria 87%. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen zeigt sich, dass eine Beschäftigung mit dem Thema „Digitale Medienkompetenz“ jedenfalls geboten ist. Die rege Teilnahme an der Umfrage, die vielen ehrlichen Antworten bei den offenen Fragen bestätigen, dass eine kindergerechte Nutzung digitaler Medien in den Familien ein wichtiges Thema darstellt, das polarisiert aber auch angesichts der Medienvielfalt und steigenden technischen Komplexität überfordert. Die Zahlen zeigen eindeutig, dass Nutzungsbeschränkungen – sei es zeitlich oder auch inhaltlich – dort gesetzt werden, so dies einfacher möglich ist, also beim Fernsehen, bei Spielkonsolen und – mit Abstrichen – auch beim PC und in wesentlich geringerem Maß bei mobilen Devices, also Smartphones und Tablet, wo dies jedoch aufgrund der Systemoffenheit und Ortsunabhängigkeit wesentlich schwieriger ist.

Der sehr ausgeprägte Wunsch der befragten Eltern nach Information und Unterstützung zeigt jedenfalls, dass mit der Einsetzung einer eigenen Arbeitsgruppe zur „Digitalen Medienkompetenz“ in der GaLeMo der richtige Weg beschritten wurde und diese ihre Arbeit im Sinne und Interesse der Eltern weiterführen wird.

Handy

Text: Nicole Frey, Foto: Monika Huemayer



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