Den Gedenktag, der auf Sprachen- und Kulturenvielfalt aufmerksam machen will, begeht Ronald Amesmann-Haselbacher mit einem Beitrag über die deutsche Sprache. Als Papa einer Montessori-Schülerin weiß er mit lautmalerischer Schriftsprache umzugehen...

Hallo

HASTA LA VISTA, GESELLE! (Special Edition)

Als der Autor dieser Zeilen noch im vorigen Jahrtausend seine Ausbildung zum Lehramt an Volksschulen zwar nicht mehr unbedingt als jüngeres unter den jüngeren Semestern, zumindest aber als unangefochtener Hahn im Korb genossen und absolviert hat, erzählte ihm eine eng befreundete Kommilitonin aus dem Studienfach der Sonderpädagogik, dass ihr letztens beim Schulpraktikumstag von einem Schüler mit Migrationshintergrund, altersgemäß in etwa den Kindern in der P2 entsprechend, mit leuchtenden Augen folgende Frage gestellt wurde:

-Frolerin, Frolerin! Hast du gestan gesehn Film mit arme schwarze Neger?

(Die durch das eisige Schweigen der Leserschaft verursachte Pause nutzt der Autor dieser Zeilen und wartet in dieser Klammer geduldig, bis sich das Entsetzen über die Verwendung des N-Wortes gelegt hat und sich Schnappatmung und Hyperventilation wieder beruhigt haben. Geht’s schon besser? Fein! Dann also weiter im Text:)

Mark Twain, seines Zeichens nicht nur begnadeter Humorist, Gegner jedweder Diskriminierung und auch weltweit größter Produzent von Aphorismen und weisen Sprüchen, wofür ihm die Innung der Kalendermacher täglich auf Knien danken sollte, meint sinngemäß dazu, dass, versehen mit ausreichender Begabung, Englisch in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren zu erlernen sei, wobei es allerdings noch besser wäre, Deutsch den toten Sprachen zuzurechnen, denn nur Tote hätten ausreichend Zeit, diese dann auch wirklich fehlerfrei zu erlernen.

Leicht xenophob angehauchten Einheimischen kostet dieses Zitat freilich nur ein schiefes Lächeln, denn dessen Inhalt fassen sie mit der ihnen eigenen Hochnäsigkeit und dem obligaten Na-hammas-nicht-eh-schon-immer-gesagt?-Schulterzucken bekanntlich gerne unter dem Begriff „Deutsche Sprache, schwere Sprache“ zusammen, wobei auch ständig eine Prise Überlegenheit jenen gegenüber mitschwingt, die das Deutsche, respektive die ungleich kompliziertere und unlogischere Version davon, besser bekannt als Österreichisch, aus welchen Gründen auch immer, meistens vor allem im Kindesalter, mühsam, aber oft mit großem Erfolg und Bravour zu erlernen haben.

Dass es mit besagter Überlegenheit übrigens nicht allzu weit her ist, beweist der Fall BEGAXEL. Wann und wo sich dieser genau zugetragen hat, ist nur mehr schwer zu eruieren, fest steht jedoch allemal, dass es sich dabei um eine von einem jungen Menschen mit österreichischer Muttersprache niedergeschriebene Berufsbezeichnung handelt, die eindrucksvoll beweist, wie schwer die Deutsche Sprache auch für hierzulande geborene Menschen ist und gleichzeitig für so manche unserer Landsleute ein guter Grund dafür sein sollte, die eigene Nase nicht zu hoch zu tragen, sondern sich lieber einmal selber daran zu nehmen.

Was nun das Rätsel ganz oben anbelangt, musste besagte Studienkollegin, ähnlich um eine Antwort verlegen wie der Autor dieser Zeilen damals und vermutlich auch die Leserschaft dieser Zeilen heute, erst einmal nachfragen, was für einen Film genau denn der junge Schüler gesehen hatte, und die Lösung dieser cineastischen Kopfnuss kam zumindest für Sarah Connor und Skynet, Regisseur James Cameron und vor allem einen gewissen ehemaligen Gouverneur von Kalifornien mit steirischen Wurzeln nicht gänzlich unerwartet:

-War Ursupafilm! Arme schwarze Neger war Robota aus Zukumpft!

In diesem Sinne wünschen der arme Arnold Schwarzeneg(g)er, der Terminator T-800 und der Autor dieser Zeilen gleichermaßen alles Gute zum Internationalen Tag der Sprachen 2018!

Und natürlich auch die Frau Lehrerin Frolerin und der BÄCKERG’SELL‘.

 

Text: Ronald Amesmann-Haselbacher, Illustration: Lili Haselbacher


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