Natürlich ist jeder Geburtstag toll: Der erste, weil er halt der Erste ist. Der zehnte, weil er der erste runde Geburtstag ist. Und dann erst der sechzehnte... aber lassen wir dazu besser Ronald Amesmann-Haselbacher zu Wort kommen.

Schulgeburtstagstorte klein

MARMELADE IM SCHUH

Das Schlimmste im Leben eines Menschen, so der weise Philosoph Helge Schneider, ist die Pubertät, und der Autor dieser Zeilen kann ihm aus eigener Erfahrung nur zustimmen, wenngleich sich die Zustimmung lediglich auf die eigenen Flegeljahre bezieht, denn das Frl. Tochter ist ja zum Glück noch ein paar Jahre davon entfernt, auch wenn in gewissen Momenten bereits leise das ungeduldige Scharren der Hormone in ihren Startlöchern zu vernehmen ist.

Neben allerlei Aufsässigkeit, amourösen Desastern und Hautunreinheiten ist die Pubertät vor allem eine Zeit geschmacklicher Verirrungen und der damit verbundenen Fehlentscheidungen, die sich hauptsächlich in eigenwilligem Kleidungsstil, höchst befremdlichen Modehaarschnitten und vor allem fragwürdigstem Musikgeschmack niederschlagen. Der Autor dieser Zeilen zum Beispiel konnte sich zu besagter Zeit lange nicht entscheiden (ja, er ist ein älteres Semester unter den älteren Semestern!), ob er lieber Discofreak auf der Tanzfläche mit Boney M und John Travolta oder doch eher Schockrocker unter dem geschminkten Stern von Kiss werden sollte.

Das große Provokationspotential der maskierten Monster (und deren Ausflug in die Disco auf ihrem Album „Dynasty“) erleichterte  die Wahl jedoch wesentlich, und schon bald wurde jedes Schulbuch mit den Konterfeis der neuen Idole verziert, fleißig Tennisschläger- bzw. Luftgitarre geübt und jeder Lebenssituation das entsprechende Textzitat von Kiss zugeordnet. Besonders leicht fiel das im Fall der Klassenkameradin Christine, übrigens die spätere Schwägerin des Autors dieser Zeilen, deren sich langfristig anbahnender sechzehnter Geburtstag natürlich lautestes Gegröle des Songs „Christine Sixteen“ zu jeder passenden, vor allem aber unpassenden Gelegenheit zur Folge hatte, was diese, weil Mädchen ja bekanntlich früher als Buben die unwegsamen Gefilde der Pubertät hinter sich lassen, erst noch geschmeichelt, später jedoch nur mehr ziemlich genervt zur Kenntnis nahm.

Seitdem sind allerdings ein paar Jährchen vergangen. Die Mitglieder der damaligen Kiss-Army sind in alle Winde verstreut, Christine ist schon längst nicht mehr sixteen und dem Autor dieser Zeilen ist es nicht nur gelungen, erfolgreich die Pubertät hinter sich zu bringen, sondern auch seinen Musikgeschmack in Richtung Punk, New Wave und Avantgarde hin zu verändern. Letzteres hatte allerdings leider zur Folge, dass es für ihn nicht immer leicht ist, in die finstere Kiste mit den allzu abgeschmackten Gassenhauern zu greifen, um standesgemäß seinen Lieben  musikalisch zum Geburtstag gratulieren zu können.

Wie gut also, wenn es Geburtstage zu feiern gibt, deren Jahreszahl man ganz eindeutig bestimmten Hits zuordnen kann. Im Falle des bereits angesprochenen sechzehnten Geburtstages könnte man da auf der Geburtstagsparty etwa Klassiker wie „Sweet Little Sixteen“ von Chuck Berry, „Sixteen“ von Iggy Pop, „Für immer 16“ von Stereo Total, „Sweet Sixteen“ von Billy Idol, „Only Sixteen“ von Dr, Hook, „You’re Sixteen, You’re Bautiful“ von Johnny Burnette, „She Was Only 16“ von Sam Cooke, „Sechzehn“ von Östro 430, „Sixteen Candles“ von den Crests, „Happy Birthday, Sweet Sixteen“ von Neil Sedaka, „When You Were Sweet Sixteen“ von den Ink Spots, eventuell noch „Always Sixteen“ von Billy Ray Cyrus, und, wenn es unbedingt sein muss, sogar das schauderhafte „Du bist sechzehn“ vom unsäglichen Benny, oder dann halt doch „Christine Sixteen“ von Kiss möglichst laut auflegen.

Denn am 13. April gibt es nämlich einen ganz besonderen sechzehnten Geburtstag zu feiern:

HAPPY BIRTHDAY, GaLeMo!

Text: Ronald Amesmann-Haselbacher, Illustration: Lili Haselbacher


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